BDIP-CeBIT-Barcamp 2014: „Der Mobile-Trend erreicht die Verwaltung“

Die Meldungen überschlagen sich täglich mit neuen mobilen Technologien und App-Angeboten. Die Smartphone-Dichte in Deutschland liegt bei etwa 40 Mio. und über 55% der Bundesbürger nutzen inzwischen das mobile Internet. Für digital Natives selbstverständlicher Alltag, ist dies für die meisten öffentlichen Verwaltungen jedoch noch Neuland. Mobile-Technologien werden die Verwaltungsarbeit und das
Verwaltungshandeln in einem Maß verändern, wie zuletzt die Einführung der
elektronischen Datenverarbeitung. Die meisten Verwaltungen werden sehr unvorbereitet von diesen Veränderungen getroffen. Im Rahmen des BDIP-Barcamps sollen daher mit 3 kurzen Impulsvorträgen und einer Diskussionsrunde mobile Trends für die Verwaltungen und zukünftige Änderungen in Verwaltungsabläufen und Bürgerkommunikation aufgezeigt werden.

Teilnehmer der Diskussion waren:

Barcamp CeBIT 2014 Henning Sklorz bremen Online

Henning Sklorz – Bremen Online GmbH

 

Barcamp CeBIT 2014 Detlef Sander NetCom AG

Detlef Sander net-Com AG

 

 

 

 

Facebook bestätigt Sperren von Business-Accounts

Der BDIP hatte direkt bei Facebook Deutschland nachgefragt, ob in Zukunft keine Bussiness-Accounts mehr angelegt werden könnten und wie diesbezüglich u.a. Kommunen weiter verfahren sollten. Facebook Deutschland bestätigt in einem Telefongespräch den Wegfall von Business-Accounts, d. h., es können keine neuen angelegt werden. Bestehende Accounts würden aber weiter funktionieren. Somit fällt eine insbesondere von Firmen und Kommunen gern genutzte Möglichkeit weg, sich bei Facebook ausschließlich mit einer dienstlichen Adresse (Funktionspostfach) als Institution anzumelden.

Hintergrund seinen die zahlreichen Beschwerden der NutzerInnen in Bezug auf die erheblichen Einschränkungen des Business-Accounts im Vergleich zu einem persönlichen Konto.

Auf der anderen Seite stehen die Bedürfnisse von z. B. Kommunen insbesondere vor dem Hintergrund des Datenschutzes und der Trennung von Privatsphäre und Beruf, sich möglichst nicht mit einem personengebunden Account anmelden zu müssen. Google Deutschland äußerte sehe die Problematik, jedoch würden die Entscheidungen in den USA getroffen.

Facebook sperrt Business-Account – BDIP im direkten Gespräch mit Facebook

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Facebook hat in den letzten Wochen das Anlegen von Fanpages erheblich erschwert: – Fanpages nur mit persönlichem Konto möglich.
Facebook hat in den letzten Wochen das Anlegen von Fanpages erheblich erschwert: Zuvor war es möglich, Fanpages mit einem Business-Konto und somit mit einem Funktionspostfach anzulegen. Ab sofort können Fanpages nur noch mit einem persönlichen Account erstellt werden. Persönliche Accounts sind insbesondere hinsichtlich Datenschutz, Arbeitsrecht und Fluktuation höchst problematisch.

Der BDIP hat diese Problematik bereits beim 19. Expertenforum in Berlin thematisiert und steht derzeit im direkten Kontakt mit Facebook Deutschland. Sobald es eine neue Entwicklung gibt, erfahren Sie dieser Seite mehr. –

Barrierefreiheit – Herausforderung und Chance zugleich

Laptop mit Ausgabe der Blindenschrift

Laptop mit Ausgabe der Blindenschrift

Das Thema Barrierefreiheit hat besonders für öffentliche Portalbetreiber im Laufe der Jahre eine große Bedeutung bekommen.

Ursprünglich dem Interesse der Gleichbehandlung von Behinderten und Nichtbehinderten folgend, wurde die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) verabschiedet und in vielen Bundesländern als Auflage für Relaunches und Neuerstellung von öffentlichen Portalen gemacht. Inzwischen wurde die BITV2.0 verabschiedet, die der technischen Entwicklung und den gesammelten Erfahrungen Rechnung trägt.

Durch die inzwischen bestehende Vielfalt von Endgeräten vor allem im mobilen Bereich, hat die barrierefreie Darstellung eine zusätzliche Bedeutung gewonnen. Barrierefreie Webseiten lassen sich auf mobilen Endgeräten deutlich besser darstellen als herkömmliche Websites, die in früheren Zeiten noch framebasiert waren.

Eine besondere Beachtung ist dabei dem Thema Barrierefreiheit zu widmen, wenn es um die Einbindung externer Angebote in die eigene Website oder das Portal geht. Diese Art der Informationsverknüpfung wird in Zukunft noch weiter zunehmen und damit die bestehende Problematik noch verstärken. Von anderen Portalen bereit gestellter Code zur Einbindung in das eigene Portal, sowie Plugins, Objekte und andere Formen sind in den allermeisten Fällen nicht barrierefrei und verhindern bei der Einbindung damit die Barrierefreiheit des Gesamtportals. Daher sind zum einen alle entsprechenden Einbindungen externer Anbieter daraufhin zu prüfen und ggf. Alternativen zu suchen. Ein Ausweg ist dabei z.B. die Übertragung lediglich der Rohinformationen ohne Formatierungen. Die Formatierung wird dann vom Zielsystem selbst vorgenommen und kann daher eine Barrierefreiheit der angezeigten Information garantieren. Ein guter Weg zur Einhaltung der Barrierefreiheit ist die Einbindung von XML-Daten, die mit Stylesheets in der gewünschten Art formatiert werden.

Für den Check der Barrierefreiheit eines Portals gibt es einige Webdienste, mit denen Portalbetreiber selbst ihre Veröffentlichungen prüfen können. Dazu gehören beispielsweise http://wave.webaim.org/index.jsp oder http://www.erigami.com/bitv.html. Darüber hinaus gibt es einige Agenturen, die standardisierte BITV-Tests und eine Zertifizierung anbieten. Nur vereinzelt gibt es CMS-Systeme, die mit einem integrierten BITV-Check und einer integrierten BITV-Unterstützung für Redakteure versehen sind.

Durch die immer stärkere Mobilisierung der User wird das Thema Barrierefreiheit auch zukünftig eine große Bedeutung über die Zielgruppe eingeschränkter Nutzer hinaus erhalten.

Der Mobile-Trend erreicht die Verwaltung

Mobile Media Symbolbild
Smartphones sind inzwischen aus dem Alltag der Bürgerinnen und Bürger nicht mehr weg zu denken. Vor allem die große Städte haben zeitnah reagiert und Apps für Bürger und Besucher entwickelt, über die sie speziell für die mobile Nutzung sinnvolle Informationen aus ihren Internetportalen für die verschiedenen mobilen Plattformen bereit stellen. Für kleinere Kommunen ist die Entwicklung eigener Apps dagegen unwirtschaftlich. Daher setzen sich hier werbefinanzierte Lösungen kommunaler Verlage durch. Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass auch hier die Daten aus dem bestehenden Internetportalen der Kommunen über Schnittstellen automatisch in die Apps übernommen werden und dabei wichtige Bestandtele wie der Bürgerservice der Verwaltung nicht ausgespart wird.

Immer mehr setzen sich auch interaktive Angebote für Smartphones durch, wie beispielsweise Mängelmelder-Funktionen oder Katastrophenwarnungen. Derzeit noch als Insellösungen angeboten liegt die Zukunft hier wohl mehr bei integrierten Angeboten, die alle relevanten Funktionen in einer App bereitstellen.

Bislang wenig Beachtung gefunden haben aber Apps für die Verwaltungsmitarbeiter selbst und ihre tägliche Arbeit. Diese Apps sind zwar deutlich aufwändiger als für die Bürgerseite, bieten dafür aber ein erhebliches Einpar- und Amortisationspotenzial. Alle Verwaltungsaufgaben, die mobile Mitarbeiter voraussetzen oder mobil besser ausgeführt werden können, lassen sich durch entsprechende Apps deutlich beschleunigen. Daneben sind Smartphones mit entsprechenden Apps deutlich preiswerter und flexibler als ggf. bislang eingesetzte dedizierte Endgeräte. Ein weiterer Nebeneffekt ist die direkte Übertragung erfasster Daten in die Fachverfahren der Verwaltung und eine volle Einbindung der Mitarbeiter bei Außenarbeiten in die verwaltungsinterne Kommunikation. Das älteste Beispiel für ‚Fach-Apps‘ sind dabei Rats-Info-Apps von mittlerweile fast allen Herstellern. Neue Anwendungen wie Apps für Gewerberegisterauskünfte oder Apps für Gewerbekontrollen sind angekündigt und werden demnächst die Verwaltungsarbeit effizienter machen.

Da der Einsatz von Apps für die Verwaltungsarbeit viele Fragestellungen tangiert, sollten sich Verwaltungen mit dem Einsatz von Apps schon jetzt intensiv auseinander setzen und sich von den jeweiligen Fachverfahrensherstellern beraten lassen. Dies beginnt bei der Frage des Einsatzes und der Finanzierung der Smartphone-Hardware, den entsprechenden Sicherheitsfragen und berührt beispielsweise auch Personalratsfragen, da oft die Geoposition oder andere Daten während der Tätigkeit mit den Smartphones generiert werden.

Der BDIP kann hier durch neutrale Workshops und Beratung bei der Vorbereitung des Einsatzes von Apps und der Projektdurchführung beraten und steht für Anfragen und weitere Informationen zur Verfügung.